04.03.2011 – Linz [Posthof]

04.03.2011 – Linz [Posthof]
Guten Morgen liebes Tagebuch, Met ist ein komisches Getränk. Und Schweizer Met erst recht. Und Schweizer Halunkenmet ganz besonders! Wir bekommen in Zürich einen ganzen Karton davon von unseren Supportjungs geschenkt und natürlich muss nach der Show auch ein Fläschchen daran glauben. Uuuuuuuuuuuuuuuuhhhh, da klebt es einem alle Schleimhäute zusammen.
Und wenn nach einem halben Becher der Kopf anfängt zu klopfen, stellt sich mir die Frage, ob man hier Frostschutzmittel mit Honig tarnen wollte…

04.03.2011 – Linz [Posthof]
Guten Morgen liebes Tagebuch,

Met ist ein komisches Getränk. Und Schweizer Met erst recht. Und Schweizer Halunkenmet ganz besonders! Wir bekommen in Zürich einen ganzen Karton davon von unseren Supportjungs geschenkt und natürlich muss nach der Show auch ein Fläschchen daran glauben. Uuuuuuuuuuuuuuuuhhhh, da klebt es einem alle Schleimhäute zusammen.
Und wenn nach einem halben Becher der Kopf anfängt zu klopfen, stellt sich mir die Frage, ob man hier Frostschutzmittel mit Honig tarnen wollte…
Mittagsschlaf
Auf alle Fälle gehe ich angesichts der Tatsache einer 600-Kilomerter-Fahrt und eines bedächtig pochenden Schädels in meine Koje, um eine Nacht in Dauerrotation zu verbringen. Dazu kommt, dass Hannah, die in der Koje über mir liegt, es zusätzlich auf meinen Schönheitsschlaf abgesehen hat. So schlafe ich endlich kurz ein, als mir etwas ins Gesicht fällt, das sich bei genauerem Hinsehen als Hannahs Klatschzeitschrift entpuppt. Außerdem haben wir einen gemeinsamen Vorhang am Fenster nach draußen, den die kleine Mercherin gerne mal auf die Seite schiebt oder sich im Schlaf darin einwickelt. Mit dem Resultat, dass es dann in meiner Koje hell ist. Als Alternative zu „Mercherin“ bietet mir Word übrigens „Meuchlerin“. Wenn DAS nicht passend ist…

Entsprechend gerädert verlasse ich meine Koje nach dieser Nacht, nachdem wir den Posthof erreicht haben. Mein Kopf klopft immer noch vom Glykol-Met und ich laufe im Backstagebereich ein, der im Posthof sehr nett ist! Einzelne Zimmer mit Dusche und Betten und in einem dieser Räume richte ich mich häuslich ein, baue meinen Rechner auf und gehe dann erst mal frühstücken. Mit Kaffee, Wasser und Rührei gestärkt kommen langsam die Lebensgeister wieder zurück zu mir, sodass ich mich an den Tourbericht setze.
Zu weiteren großen Sprüngen reicht meine Energie noch nicht wirklich und so spiele ich mein Tourspiel und baue Burgen. Fast hätte ich dieses Spiel nicht mehr bekommen, nachdem letztes Jahr mein Rechner die Hufe hochgerissen hatte. Aber Amazon sei Dank konnte ich einen Restposten ersteigern, der sogar ein paar Gegner mehr zu bieten hat als meine bisherige Version. Und während ich so spiele sehe ich im Augenwinkel immer dieses herrlich weiß bezogene Bett. Aus zur-Kenntnis-Nahme wird unterbewusstes Verlangen und daraus schließlich ein unüberwindbarer Drang, der schließlich siegt und ich mich eine Stunde auf die frischen Laken werfe. Herrlich!
Rechtzeitig zum Soundcheck werde ich von Paparazzi Stefan geweckt, bevor es mein Wecker tun kann. Es läuft alles schön rund und ein Pegelproblem (welch doppeldeutiges Wort…), das Cese am Vortag hatte, wird auch hinreichend gelöst und so steuern wir direkt ins Catering, wo es lecker Braten mit allerlei dazu gibt. Jetzt sind sie endgültig zurück, die Lebensgeister! Es geht zügig weiter, die Halunken eröffnen den Abend und um kurz vor 9 heißt es für uns: Los geht’s! Und wie!
Frenetisch werden wir empfangen und es wird ein hoch emotionales Konzert mit einem feierlaunigen Publikum, in dem ich einige bekannte Gesichter ausmache. Ich sauge Musik und Gefühle auf und habe an diesem Abend die eine oder andere Gänsehautattacke.

Nach der letzten Zugabe geht es schnell unter die Dusche und dann wieder raus zu den Fans, die geduldig auf uns warten. Fotos, Autogramme, Gespräche über gestern und heute. Langsam leert sich die Halle bis wir uns schließlich in unseren Backstagebereich zurückziehen, um die Halunken von den Vorzügen eines guten Wodkas im Vergleich zu ihrem Klebegetränk zu überzeugen. Ob uns das dauerhaft gelingt steht allerdings in den Sternen…

Besonders alt werde ich heute nach der letzten Nacht nicht und begebe mich für Musikerverhältnisse – also so gegen 2 Uhr morgens – früh ins Bett. Licht aus. Bis morgen in Graz!

Hipp Höpp

Ducky