29.8.2015, Wuppertal, Feuertal Festival

29.8.2015, Wuppertal, Feuertal Festival

Guten Morgen, liebes Tagebuch!

Irgendwas war komisch an meinem letzten Orangensaft. Muss wohl ein wenig vergoren gewesen sein. Auf alle Fälle wache ich irgendwo unterwegs auf und der Kopf klopft. Dass es dagegen auch was von Absolut gibt mag sein, kommt mir aber gerade eher nicht in den Sinn. Dann doch lieber die Ibuprofen-Variante. So komme ich dann doch noch zu meiner Mütze Schlaf und erwache beim Bus-Einparken in den kleinen Hinterhof – wie jedes Mal bei einer Kirche. Schließlich steht der Bus nach unzähligen Rangieraktionen und mein sehnlicher Wunsch: „bitte den Motor nicht abstellen“ wird nicht erhört. Wenn man aber wach im Nightliner liegt und man sich auf das sonore Motorgeschnurre eingeschossen hat, dann ist die plötzliche Ruhe wie ein Rauswurf aus der Koje.
Also stehe ich auf und bin rechtzeitig zum ersten Shuttle aufs Festivalgelände am Start.
Wir kommen immer gerne her, auch wenn die Bühnensituation eine etwas gewöhnungsbedürftige ist. Kaum Platz und bei Regen steht man vorne im Nassen. Einen Riser gibt es nur fürs Schlagzeug und so bietet sich beste Gelegenheit, über die Falten von diesem komischen grünen Teppich zu stolpern, der den Boden der gemauerten Bühne bedeckt.

Ü-40 Party
Ü-40 Party

Doch zunächst geht es Backstage. Wie immer im Kindergarten hoch über dem Festival. Früher war hier so wenig Bewuchs, dass man die Shows der anderen Bands von oben verfolgen konnte. Inzwischen wäre es ein Fall für meine gute alte Stihl…

Fiddler’s Green sind auch heute wieder mit dabei und hier bietet sich die beste Möglichkeit, dem Spieltrieb nachzukommen. In des Wortes wahrster Bedeutung. Außerdem lernen wir, dass die Dauer des Duschens beim Mann direkt proportional zur Penisgröße ist. Oder so ähnlich…

Viele bekannte Gesichter erscheinen heute und wir erhalten noch ein schönes Bild von uns, das wir für einen guten Zweck versteigern werden. Dazu auf der Herbsttour mehr.

Das Konzept von diesem Festival ist, eher weniger Bands spielen zu lassen, dafür aber länger. So haben wir mit dem Start der Fiddlers noch reichlich Zeit, uns für die Show herzurichten und das sensationelle Abendessen zu verdauen.

Dann geht es auf die kleine Bühne, die wie immer von Improvisation lebt. Die Fängt heute mit dem Aufbau meiner Gitarrenanlage an. Dank Mangel an anderen Möglichkeiten steht sie nämlich nicht neben mir, sondern neben Anna und Thomas und die dürfen sich dann heute eben über einen Föhn von rechts freuen, während ich mit dem reinen In Ear Sound lebe. Die Stimmung ist wie immer großartig, das Festival heute ausverkauft und man merkt ganz klar, dass wir ein Heimspiel haben. Trotz 650 Kilometern Distanz zu München. Thomas hat die Menge mit kleinen Fingerzeigen oder auch ohne Worte sofort im Griff und wir feiern alle gemeinsam eine schöne Party. Aber auch die geht mal zu Ende und dank Cerfew um 22 Uhr müssen wir nach rund 100 Minuten die Bühne räumen. Umziehen, kurz durchschnaufen und es geht nochmal raus zu den Fans.
Anschließend trinken wir noch einen Absacker mit den Kollegen, bevor es wieder in den Bus geht und wir uns auf den Weg nach Hause machen, um nächstes Wochenende zum letzten Open Air Wochenende diesen Sommer und unser Fantreffen in Markneukirchen zu starten.

Gute Nacht

Hipp Höpp

Ducky