14.11.2015, Graz, Orpheum

14.11.2015, Graz, Orpheum

Guten Morgen, liebes Tagebuch!

In Graz vorm Orpheum ist immer reichlich wenig Platz für Bus und Truck, so dass die beiden Fahrer sich absprechen und erst einmal Jens mit dem Equipment vorfährt. Wir stehen samt Bus derweil an der Messe, um pünktlich zum Frühstück umzuparken. Ich stehe auf und sehe als erstes strahlenden Sonnenschein. Vorbei an der Halle geht es zu den Backstageräumen, wo wir bereits von der Verköstigungsfront empfangen werden. Hier kocht immer ein Ehepaar, auf dessen kulinarische Ergüsse wir uns jedes Mal im Vorfeld freuen. So auch diesmal.

irgendwo im nirgendwo
irgendwo im nirgendwo

Die Frühstücksgespräche drehen sich natürlich um Frankreich, schließlich sind wir auch ständig auf Tournee und die Busfirma, die die betroffene Band chauffiert hat, hatte uns auch schon des Öfteren an Bord. Im österreichischen Radio läuft eine Berichterstattung, in der ein Vergleich zur Konzerthalle in Paris gezogen wird. Als vergleichbar wird ausgerechnet der Linzer Posthof genannt. Also da, wo wir gestern waren. Und umso mehr wird uns bewusst, wie verdammt nah das alles an uns selbst ist.

Ich richte mir mein mobiles Büro ein und setze mich an den Tourbericht und die Fanmails, die beantwortet werden wollen. Dazwischen mache ich immer wieder Abstecher in die Küche. Die leicht scharfe Gemüsesuppe mit Morcheln und Ingwer ist einfach der Hammer!
Gegen 14.30 Uhr ist dann sogar Birgit wach…

Micha und ich machen uns auf den Weg zur Bühne, der Fehler von gestern muss noch gefunden werden! Die Sound- und Pegelunterschiede zwischen den einzelnen Kanälen sind deutlich und der Fehler liegt zum Glück in einem kleinen, aber leicht zu behebenden Detail. Der Splitter hat kleine Gainregler, die einfach alle auf Anschlag gedreht sein wollen. Schon klingen alle Instrumente so, wie sie es sollen. Falls das irgendwen interessiert 😉

Langsam trudeln die Mitmusikanten ein und wir machen einen zügigen gemeinsamen Soundcheck, die Crew baut kurz um und die Vorband, also wieder wir, darf ran. Eine Sprechszene und ein Lied und wir sind alle fein. Zeit, sich zum Abendessen zu begeben. Nachteil bei so frühem Beginn und dann schon als eigener Support ran zu dürfen ist, dass die eigentlich nötigen 3 Stunden zwischen Nahrungsaufnahme und Show nicht einzuhalten sind. Wenn dann der Nachschlagteufel aufgrund köstlicher Küche zuschlägt, trägt Mann bzw. Frau merklich an der Zusatzlast. Gut, dass ich beim Akustikset sitze…

Es ist schon an Zeit, sich umzuziehen und einzustimmen, dann geht es auch schon auf die Bretter. War die Stimmung bei „Schandmäulchen“ gestern schon toll, sind die Leute heute regelrecht aus dem Häuschen.

Der Vorteil daran, seine eigene Vorband zu sein ist, dass man nach dem ersten Auftritt völlig entspannt ist und ich glaube, das ist mit ein Grund, dass die Zuschauer das Set so feiern. Eine in sich ruhende Band, offen für allerlei Blödsinn und ein souveräner Thomas vorneweg.
Der es feinfühlig versteht, auch auf die Anschläge in Paris einzugehen, ohne dabei der Stimmung einen Abbruch zu tun. Martin zaubert dabei die französischen Nationalfarben in die Bühnenbeleuchtung. Ihr seht es auf den Bildern zum Bericht.

Nach der Doppelshow gehen wir uns kurz frischmachen und dann zügig nochmal raus zu den Fans. Auffallend ist, dass es sehr viele Kinderbücher zu unterschreiben gibt. Das ferut uns, weil es zeigt, dass es bei Klein UND Groß gut ankommt.

Jetzt geht es erstmal wieder nach Hause und nächste Woche führt uns dann zwei Abende in die Schweiz und einen nach Ravensburg.

Gute Nacht

Hipp Höpp

Ducky