12.11.2016 Weißenhäuser Strand, Metal Hammer Paradise

12.11.2016 Weißenhäuser Strand, Metal Hammer Paradise

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SCHANDMAUL 12.11.2016 Weißenhäuser Strand

Eigentlich ist die Festivalsaison lange vorbei. Und doch gibt es vereinzelt diese Winterfestivals, wie z.B. das Metal Hammer Paradise.Ganz oben im Norden, direkt an der Ostsee. Läppische 1000 Kilometer von zuhause. Aber getreu dem Motto “kein Weg zu weit” machen wir uns auf die Reise. Vorher treffen wir uns allerdings noch zu einer kurzen Probe, immerhin war. Eine Woche Pause dazwischen und es ist immer gut, alles noch einmal kurz angespielt zu haben. Dann kommt auch schon der Nightliner und wir machen uns bereits gegen 21 Uhr auf den Weg. Klar, bei der Strecke… Wir sitzen zusammen, bis einen nach dem anderen die Koje ruft und kommen trotz Wintereinbruch und Baustellen rechtzeitig am Weißenhäuser Strand an. Hier ist ebenfalls Winter und als ich aus meinem Kojenfenster blicke, fröstelt es mich. Alles ist mit einer dicken Reifschicht überzogen und dicker Nebel hängt überm Land. Ich mache gerade noch etwas aus, das aussieht, als könnte es der Deich sein. Da will ich nachher mal hin. Doch jetzt mache ich mich erst einmal auf den Weg zu den Backstageräumen. Die Größe des Geländes haut mich erstmal um und ich habe fast Lust, mich gleich wieder hinzulegen. Mache ich natürlich nicht… Vor mir steht ein riesiges Zelt mit 6 Masten und mein erster Gedanke ist: Hoffentlich ist das beheizt!!! Im riesigen Ferienappartement-Komplex sind sowohl Festivalbesucher (Hier gibt es rundum-sorglos-Pakete mit allen Schikanen…) als auch die Backstageräume und diverse Büros untergebracht. Mutti Dirk weißt mir den Weg und ich finde unser heutiges “Wohnzimmer” in Form eines 2-Zimmer-Appartements mit 2 Bädern, kleiner Küche, Flatscreen und Kühlschrank. Im Sommer läßt es sich hier bestimmt toll Urlaub machen.
Nach einem kleinen Frühstück mache ich mich auf den Weg über den Deich zum Meer. Es ist immer noch nebelverhangen, aber langsam kommt die Sonne durch und taucht die Landschaft in ein magisches Licht. Schön ist es hier!

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SCHANDMAUL 12.11.2016 Weißenhäuser Strand

Ich spaziere ein wenig am Strand entlang, dann gehe ich zurück. Unsere Crew steht Gewehr bei Fuß, aber so einen wirklichen Zeitplan gibt es nicht und die Kollegen von Saxon benehmen sich wenig festivaltauglich. Sie bauen die ganze Bühne und Aufgänge ohne Rücksicht auf Verluste zu. Micha hat bis 60 Minuten vor unserer Show noch keinen Backlineplatz, keinen Strom und keine Möglichkeit, irgend etwas vorzubereiten. Entsprechend hektisch wird es später noch.
Zur Beruhigung läuft in unserem Appartement der Fernseher mit einer Sendung über die Neue Deutsche Welle. Unfassbar was wir damals gehört haben. Da durfte ja tatsächlich jeder singen, der heute nicht einmal mehr in den Recall diverser Castingformate käme.

Um 16 Uhr werden wir abgeholt zur Autogrammstunde am Metall Hammer Stand, wo es noch einen “Hammer” gibt, den hauseigenen Schnaps. Oder vielmehr: Likör. Nachdem alle mit Autogrammen und Fotos versorgt sind, ziehen wir uns wieder zurück. Die Crew hat derweil auf der Bühne weiter zu kämpfen. So etwas erlebt man zum Glück selten….
Irgendwie bekommen wir dann alles auf die Bühne gebaut und es wird Zeit, sich auf das Konzert einzustimmen. Umziehen, anstoßen und dann legen wir los. Die Exoten auf dem Heavy Metal Festival. Es scheint den Zuschauern aber ganz und gar nichts ausmachen und so haben wir alle eine gute Zeit und 90 unterhaltsame und spassige Minuten.

Dann heißt es für die Crew abbauen und für uns umziehen und reisefertig machen. Es liegen ja wieder die oben bereits erwähnten 1000 Kilometer vor uns. Kurz nach Mitternacht sind wir abflugbereit und es geht los auf eine fast nicht enden wollende Heimfahrt.

Mich ruft die Koje!

Hipp Höpp

DUCKY