4.8. – 5.8.2017, Hamburg, Wohnzimmerkonzert und Stadtpark


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4.8. – 5.8.2017, Hamburg, Wohnzimmerkonzert und Stadtpark

 Guten Morgen, liebes Tagebuch!

Das Konzertkarussell dreht sich munter weiter. Hamburg ist dieses Wochenende dran. Und zwar gleich zweimal. Los geht es bei Nadine und Franco im Wohnzimmer. Das haben die beiden bei einem kleinen Gewinnspiel gewonnen.

Doch zunächst müssen wir nach Hamburg kommen. Dazu steigen wir früh morgens um 11 Uhr in München in den übervollen Flieger nach Hamburg. An den Mitreisenden bzw. deren T-Shirts erkennt man sehr deutlich, dass an diesem Wochenende auch das Wacken Open Air stattfindet… Es ist brütend heiß in der Bayerischen Landeshauptstadt, im Flieger dagegen deutlich übertrieben klimatisiert und lediglich mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidet friere ich vom feinsten. Das Hamburger Wetter ist dann schon mal gut 15 Grad kälter, windig und durchwachsen. Also ein rundum schöner Sommertag für Hamburger Verhältnisse!
Zwei Taxen bringen uns zum Hotel „Underdog“, das urgemütlich und mit witzigen Einrichtungsideen aufwartet. Klobürsten in Pistolenform, Handtuchhalter aus ehemaligen Kickerstangen (inklusive Männchen dran) und so weiter.

Weil wir im Flieger fast nichts mitnehmen können, ist Nicolai von Folkfriends (www.folkfriends.com) so nett, uns aus seinem wirklich tollen (und für Musiker unbedingt sehens- und hörenswerten) Sortiment allerleih Gitarren, Cistern, Cajon ect. zur Verfügung zu stellen. Zudem dreht er einen kleinen Film über diesen legendären Tag. Wir haben uns kein Programm überlegt, sondern wollen alles so spontan wie möglich halten. Was klappt mit welchem Instrument? Einfach mal abwarten, was so alles dasteht und wie man es damit umsetzen kann.
Wir werden von Nadine und Franco sowie deren Familien sehr herzlich empfangen. Es wird leckerstes selbstgemachtes Essen aufgefahren und ich bin froh, dass ich nachher entspannt im Sitzen spielen werde. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass ich über die Bühne rolle…

Gegen 18.30 Uhr laufen die Gäste ein: Freunde der Familien, Nachbarn aus dem Haus, ein paar Gäste von uns. Wir unterhalten uns mit bekannten und unbekannten Gesichtern, dann steigt die Sause gegen 19.30 Uhr. Es wird wie angedacht sehr spontan, sehr lustig und für die Gäste hoffentlich so unterhaltsam wie für uns. Zwischendurch gibt es Stärkung vom Buffet, welche ich nach dem dritten Tiramisu leider wegen Volumenmangel des Magen-Darm-Traktes einstellen muss.

Gegen 21.15 beenden wir das Gastspiel und mischen uns unter die Gäste. Pünktlich um halb 10 steht dann noch die Hamburger Polizei vor der Tür. Es gab eine Beschwerde… Nicht etwa aus dem Haus, nein, irgendwo aus der Wohnanlage störte sich jemand an unverstärkter (!) Musik und Gelächter. Kann ich ja ab 22 Uhr nachvollziehen, aber Freitagabend um halb 21.30 Uhr? Wo die Veranstaltung schon beendet war??? Leider wird der spießige Miesepeter das nicht lesen, ich wünsche ihm trotzdem die schönste Verstopfung an seiner Übellaunigkeit… Und warum gleich Polizei? Kann man nicht, falls man einen triftigen Grund hat, miteinander reden?

Naja. Ein Taxi bringt uns schließlich zurück ins Hotel, wo ich schließlich ins Bett falle.

Gute Nacht!

Der nächste Morgen beginnt dank innerer Uhr, die dummerweise auf halb 7 programmiert ist, viel zu früh. Ich stehe auf, dusche und gehe frühstücken.

Um halb 11 Uhr lassen wir uns zum Stadtpark shutteln, wo mich Nicolai – wir erinnern uns… Folkriends… – abholt und mit mir in seinen Laden fährt. Ich habe es bisher noch nie geschafft, ihn hier zu besuchen und heute ist Zeit, das nachzuholen. Wir machen uns einen sehr netten Vormittag und ich spiele auf Instrumenten, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass es sowas gibt. Da entstehen doch gleich Ideen im Kopf für ungeahnte Klangfarben…

Zurück am Stadtpark ist tatsächlich die Sonne dabei, sich einen Weg durch die Wolken zu bahnen und ich lege mich auf eine Liege in den Halbschatten. Und schlafe kurzfristig ein! Das will schon mal was heißen, das schaffe ich alle 100 Jahre mal. Und entsprechend gefiltert laufe ich die nächste halbe Stunde meine Runden. Soundcheck ist heute schon um 15 Uhr, Einlass um 16.45 Uhr und unsere Kollegen von Krayenzeit fangen schon um 18 Uhr an.

Wir sitzen gerade beim (übrigens sehr leckeren) Abendessen, als die Kollegen von Krayenzeit etwas verzweifelt um die Ecke kommen. Ihr Sänger kann nicht mehr aufstehen. Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall oder irgendwas in die Richtung. Ich mache mich mal auf den Weg, vielleicht kann ich was tun. Doch ein Sani ist bereits am Arbeiten und bekommt den Kollegen soweit hin, dass er rechts und links gestützt und mit Barhocker im Kreuz zumindest singen kann. Respekt für diese Leistung! Da muss man wirklich hart im Nehmen sein. Mich freut es, dass der Auftritt stattfinden kann.

Für uns wird es auch Zeit, uns zu richten und schließlich geht es um 19.15 Uhr auf die Bretter, die heute sogar gemauert sind. Endlich wieder ein volles Set spielen! Es wird ein schöner Auftritt vor toller Kulise im Stadtpark, der zu meinen persönlichen Lieblingslocations gehört.

Hinterher ziehen wir uns kurz um und gehen dann wieder raus zu den Fans, bis der Stadtpark langsam aber sicher geräumt wird. Das nur als kleiner, nicht ganz versteckter Hinweis an den Herren, der bei Facebook gemeckert hat (ja, ich lese das!), dass wir ja nur 2 Stunden gespiet hätten und nicht wie Maffay und Co 3 Stunden 15. Die gehen aber auch nicht mehr raus zu ihren Fans bis das Gelände geräumt wird. Nur mal so am Rande… Aber Hauptsache meckern… Ich „liebe“ diese moderne Motzkultur. Einfach mal draufhauen ohne nach Wenn und Aber zu fragen. Oder mit der Band zu reden… Aber das Thema hatten wir ja schon gestern… Aber was reg ich mich auf….

Ein gelungenes Wochenende voll schöner Eindrücke geht zu Ende und wir fahren zurück in unser Hotel, um noch eine Nacht in Hamburg zu verbringen und dann schließlich am nächsten Tag zurück nach München zu fliegen. Von da geht es wieder in meine  niederbayerische Heimat Niederbayern, wo ich jetzt vielleicht auch ein paar Tage Sommerferien genießen kann und der Wecker nicht jeden Tag um halb 7 geht. Mal sehen, ob das mit dem Umprogrammieren der inneren Uhr noch klappt…

 

Hipp Höpp

Ducky