3.12.2015, Bremerhaven, Stadthalle

3.12.2015, Bremerhaven, Stadthalle

Guten Morgen, liebes Tagebuch!

Es ist Mittwoch und wir müssen früh los. Weil wir um 10 Uhr morgens in Bremerhaven sein müssen. Das sind locker flockige 820 Kilometer. Mit Bus, Hänger und den Pflichtpausen eine ordentlich lange Rutsche. Um 20 Uhr fährt der Bus daher in Landsberg ab, um uns um 21 Uhr am Proberaum aufzusammeln. Ich bin schon ein paar Minuten eher da, um noch eine akustische Infospur für einen neuen Song einzuspielen, dass der Rest dann damit weiterarbeiten kann. Das ist zügig erledigt und wir warten im Lokal über unserem Proberaum auf den Nightliner. Der kommt pünktlich mit Doppelfahrer und Crew an Bord, wir beladen und machen uns auf den Weg in den Norden. Irgendwann verabschiede ich mich in die Koje und als ich morgens erwache, sind wir noch lange nicht angekommen. Also wälze ich mich ein wenig hin und her, dann stehe ich auf und mache mir erstmal einen Kaffee.

Der Bayer im Norden
Der Bayer im Norden

Wir fahren durch hügellose Landschaften und erreichen schließlich Bremerhaven. Jetzt erstmal frühstücken! Danach beziehe ich den Backstageraum und baue mein “Büro” auf. Viel zu tun gibt es am ersten Tourtag für den Musiker meist nicht, so beantworte ich ein paar Mails, erkunde die Halle und mache mich dann auf den Weg ans Wasser, genauer den Hafen an der Wesermündung. Nicht unbedingt der allerschönste Blick, aber wenn man als Bayer schon mal in Meeresnähe ist, dann gehört ein Besuch quasi zum Pflichtprogramm.

Rund eine halbe Stunde laufe ich durch Bremerhaven, bis ich den Hafen erreiche. Seeluft schnuppern… Lange verweilen kann ich nicht, wenn ich rechtzeitig zum 14 Uhr Ritual zurück sein möchte und so mache ich mich auf den Rückweg zur Halle. Hier ist inzwischen der Aufbau in vollem Gange und auch die Halle sehr schön mit Kerzenleuchtern verziert. Der schwere blaue Vorhang rundet das Bild ab. Punkt 14 Uhr wird auf den heutigen Tag angestoßen und der neue Tourblock höchst feierlich eröffnet. Marc ist begeistert vom Klang der Halle, ultra trocken und sehr detailgenau. Das wirkt sich auch auf den Bühnensound aus, da von der Halle nahezu nichts zurück kommt. Es klingt fast schon klinisch, aber man hat keinerlei Probleme sich selbst zu hören, vor allem, da ich diese Tour ja ohne In Ear spiele. Wie zu erwarten sind wir recht schnell happy auf der Bühne und die Crew baut aufs Schandmäulchen um. Auch hier ein kurzer Check und der Abend kann kommen!

Heute ist wieder bestuhlt, was uns persönlich sehr gut gefällt, weil es eine ganz andere Atmosphäre bietet. Die Halle ist voll und nach dem Abendessen bleibt uns nicht viel Zeit, bis es mit Schandmäulchen losgeht. Der ganz besondere Reiz dieser Tour besteht darin, dass wir im Vorfeld nie wissen, wohin die Reise geht. Alles rund um die Setliste ist improvisiert und Thomas kann sein Talent als Entertainer voll ausspielen. Selbst im Publikum sollte man sich nicht zu sicher vor ihm sein…

Für uns wird es wieder ein toller Abend mit vielen Überraschungen, Spontanitäten und vor allem viel Witz und Humor, hautnah ohne Graben. I like it.

Nach der Show legen wir uns trocken, ziehen uns um und gehen noch raus zu den Fans, die heute in sehr überschaubarer Zahl da sind. Man merkt, dass es unter der Woche ist und viele nach Bremen rund 70 Kilometer Heimreise haben. Entsprechend schnell sind wir wieder Backstage, wo wir Musik hören, unsere Sachen packen und langsam aber sicher an Bord klettern. Um halb 2 startet der Diesel und wir starten in Richtung Wuppertal.

 

Ich verabschiede mich in meine Koje

bis morgen

Hipp Höpp

Ducky