18.12.2015, Hamburg, Laieszhalle, Teil 1

18.12.2015, Hamburg, Laieszhalle, Teil 1

 Von Weimar geht es direkt weiter nach Hamburg. Hier steht eine Doppelshow auf dem Programm, weil der 19.12. sehr schnell ausverkauft war und wir sonst heute einen Offday gehabt hätten. Da spielen wir doch lieber nochmal für euch. Allerdings hat der Tag seine Tücken. Denn das NDR Orchester probt heute den ganzen Tag, sodass bereits um 9 Uhr geladen werden muss. Mir ist der Abfahrtsplan von Weimar ein kleines Rätsel, denn mit Abfahrt 3.30 Uhr ist der schon recht knapp kalkuliert. Ich denke mir nur, dass das wohl schon alles seine Richtigkeit hat.

Wer mir einen vernünftigen Titel für das Bild hier nennen kann soll sich melden, ich editiere das dann ... Mir fällt nach gefühlten 10000 Fotos für das Tourtagebuch keine Unterschrift mehr ein!
Wer mir einen vernünftigen Titel für das Bild hier nennen kann soll sich melden, ich editiere das dann … Mir fällt nach gefühlten 10000 Fotos für das Tourtagebuch keine Unterschrift mehr ein!

Gegen halb 10 wache ich auf und merke, dass wir noch rollen. Ein kurzer Blick aufs Handy zeigt, dass wir auch noch länger rollen werden. Aha… Soviel zum Abfahrtsplan… Weil es jetzt eh nicht mehr zu ändern ist und von mir schon gleich gar nicht, drehe ich mich noch einmal um und döse vor mich hin, bis wir schließlich ankommen. Monique hat irgendwas anders gemacht, die war auf alle Fälle schon um 9 Uhr da mit dem Truck und konnte mit Hilfe der örtlichen Crew alles rechtzeitig ausladen und per Aufzug in den zweiten Stock schaffen. Phuuuu…. Glück gehabt… Glück hat auch unser Busfahrer, der darf nämlich ein paar Mal umparken und schließlich muss der Hänger vom Bus. Das passiert in dem Moment, in dem ich aus dem Schlafbereich nach vorne gehe. Ohne Hänger hintendrin beginnt der Bus plötzlich zu rollen. Dummerweise sitzt aber niemand am Steuer… Im letzten Moment springt Danny zur Türe herein und tritt auf die Bremse. Millimeter vor der Schranke, die natürlich geschlossen ist und den Parkplatz von der öffentlichen Straße trennt.

Nach dem morgendlichen Adrenalinkick mache ich mich auf die Suche nach dem Backstagebereich, was in der großen Halle mit den zwei Sälen, etlichen Studios und Proberäumen gar nicht so leicht ist. Die Dame am Einlass beschreibt mir netterweise den Weg und schließlich habe ich den Ort des Geschehens gefunden. Die Bühne ist – vorsichtig ausgedrückt – ziemlich kuschelig, aber unsere Crew findet wie immer einen Weg und es passt alles auf und neben die Bühne. Michas und Stillers Backlinereiche liegen hinter den Seitentüren und Andis Monitorplatz ist Stage left (Musikersprache: Vom Musiker aus gesehen links, also rechts fürs Publikum…) seitlich vor der Bühne. Was für die ersten vier Reihen auf dieser Seite den einzigartigen Vorteil hat, dass sie ungefragt in einzelne Monitormixe von uns hören dürfen…

Punkt 14 Uhr wird der neue Showtag begrüßt und wir freuen uns auf einen weiteren Ritt durch akustische Welten. Ich verabschiede mich für ein Stündchen Powernapping in meine Koje, da die Nacht wieder viel zu kurz und der Schlaf viel zu wenig war.

Dann ist es langsam Zeit für den Soundcheck, vorher heißt es noch, sich etwas zum Abendessen zu bestelle, denn hier gibt es aufgrund mangelnder Kochgelegenheit kein warmes Catering. Wir kennen einen grandiosen Thailänder, hier ordern wir unser Abendessen, das pünktlich nach dem Soundcheck auf dem Tisch steht.

Heute und morgen startet die Show noch früher als sonst, nämlich bereits um 19 Uhr und so bleibt zwischen Abendessen und Vorbereitung reichlich wenig Zeit. Zu wenig vor allem, um sich den Bauch vollzuschlagen, also hebe ich mir mein Essen weitestgehend bis nach dem Konzert auf. Plenus venter non studet libenter!

Dann heißt es auch schon: Ab auf die Bretter und heute sind besonders viele Kinder im Publikum, wobei vor allem ein kleiner Junge in der ersten Reihe sichtlich Spaß hat und mit seinem herzerfrischenden Lachen nicht nur uns auf der Bühne, sondern den ganzen Saal ansteckt. Herrlich! Es gibt kaum etwas Schöneres als unbeschwertes Kinderlachen.

Dann ist es Zeit für das Hauptset und wieder schön ich Schale geworfen betreten wir zum zweiten Mal die Bühne. Thomas Stimme hält, mir persönlich kommt sie sogar besser vor als gestern. Dafür ist die Luft im Saal zum Schneiden. Da bin ich mal auf den nächsten Tag gespannt, wenn noch ein paar Leute mehr in den Reihen sitzen.

Der Stimmung tut das keinen Abbruch und wir feiern einen tollen ersten Abend in Hamburg. Schnell duschen und dann noch raus zu den Fans, zu denen es heute über eine große Treppe mit rotem Teppich geht.

Schön ist heute, dass wir alles stehen lassen können. Keine große Packerei für die Crew und Koffer und Klamotten können auch da bleiben, wo sie sind. Um 0.30 Uhr werden wir aus der Halle geräumt. Ein besonders motivierter Teil macht sich noch auf in eine Kneipe, mir persönlich steht der Sinn eher nach Ruhe und so bleibe ich mit ein paar Gleichgesinnten im Bus, wo ich schließlich den seltenen Luxus in meiner Koje genieße, dass der Bus nicht fährt und die halbe Besatzung ausgeflogen ist. Es ist also erstaunlich still. Zumindest solange, bis die Kneipenbesucher wieder eintreffen….

Gute Nacht

Hipp Höpp

Ducky